Trost (Hrsg.), Bindungsorientierung in der Sozialen Arbeit


Trost (Hrsg.), Bindungsorientierung in der Sozialen Arbeit

Artikel-Nr.: 000342
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Die Bindungstheorie gilt heute als die am besten fundierte menschliche Entwicklungstheorie. Für den Erwerb von Urvertrauen in die Welt und in die Menschen, für die Entfaltung jeglicher Kompetenzen und den Erwerb von Resilienz wurde die sichere Bindung zu einer primären Bezugsperson als wichtigste Ressource erkannt. Sicher gebundene Kinder haben es bereits im Kita- und Schulalter sowohl in Bezug auf die sozio-emotionale und kognitive Kompetenz, als auch auf die Selbst- und Persönlichkeitsentwicklung gegenüber den unsicher gebundenen wesentlich leichter.

Die Klientel der Klinischen Sozialen Arbeit deckt sich allerdings weitgehend mit der Gruppe der bindungsgestört-desorganisiert gebundenen Menschen. Von Kindheit an leben sie mit einem erhöhten Risiko des Scheiterns. In der stationären Jugendhilfe finden wir kaum sicher gebundene Kinder und Jugendliche. Viele wurden früh und chronisch traumatisiert. Auch in der Psychiatrie, der Suchthilfe, der Arbeit mit Flüchtlingen, Obdachlosen und straffällig gewordenen Menschen finden sich große Anteile hochunsicher gebundener Menschen. Gleichwohl hat die Soziale Arbeit das Bindungswissen noch nicht für sich entdeckt. Weder bei der psychosozialen Diagnostik, noch in der Alltagspraxis finden sich explizit auf bindungstheoretische Erkenntnisse gestützte Konzepte.

Mit diesem Sammelband wollen Herausgeber und Autoren einen Anfang machen und sieben Dimensionen der Bindungsorientierung untersuchen:
 

  • Bindungswissen für die Soziale Arbeit: Theorie und Forschungsstand
  • Arbeitsbeziehung: Wie muss eine Arbeitsbeziehung beschaffen sein, die Bindungserkenntnisse berücksichtigt und nutzt?
  • Leiblichkeit: Bindung ist gestützt auf analoge, präverbale Beziehungsdimensionen, die als solche erhalten bleiben und in Kommunikation bedeutendere Rollen spielen als der Inhalt des gesprochenen Wortes
  • Ökonomische und politische Aspekte: Bindungsaspekte in der Sozialpolitik und ökonomischer Common Sense: Nachhaltige Beziehungs-, Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen professionellen Akteuren und den Eltern rund um die Geburt „zahlen sich aus“, und bringen die größte „Rendite“ für das „Humankapital“.
  • Ethisch-anthropologische Dimension: Menschen sind Bindungswesen, unser Gehirn ist für soziale Beziehungen optimiert
  • Anwendungsbereiche, Programme und Konzepte zur Bindungsförderung / bindungsorientierte Behandlungs- und Förderprogramme
  • Last not least: Was kann die Bindungstheorie von der Sozialen Arbeit lernen, wie kann beides heilsam im Sinne der KlientInnen verknüpft werden?


Mit Beiträgen von:
Matthias Berg, Anne Bochynek, Karl-Heinz Brisch, Jessica Carlitschek, Klaus Esser, Christina Frank, Silke Birgitta Gahleitner, Wassili Hinüber, Johannes Jungbauer, Rüdiger Kißgen, Ann-Kathrin Knüver, Paul Krappmann, Diana Kreutz, Ute Antonia Lammel, Liz Möller, Roland Schleiffer, Kerstin Stich, Joachim Söder, Sabine Trautmann-Voigt, Alexander Trost, Stephanie Weisleder

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